Zwischen Getragen und Geworfen sein – In Resonanz treten mit der Sterblichkeit

Webcompetent-Beitrag

Vor dem Start

Meta-Reflexive Fragen für den Beginn und den Schluss der Sequenz (unter Umständen für das Lernlogbuch)

  1. So hat sich mein Leben, mein „In-der-Welt-sein”, in den vergangenen Wochen verändert …
  2. An diesen Stellen kehrte Ruhe in den Beziehungen ein …
  3. An diesen Punkten wuchs der Stress …
  4. Hier sehe ich neue Chancen, um mit der Welt und den Menschen in Kontakt zu kommen …
  5. Diese alten und neue Ängste bedrohen mich und das Leben meiner Lieben …
  6. Diese Kontakte schwächen sich ab …
  7. Diese Kontakte werden intensiver …
  8. Die Bedeutung von Ostern nehme ich in diesem Jahr ganz anders wahr …
  9. Ich entdecke den Frühling neu …

Teil 1: Was Brot über Kreativität und Wirkmächtigkeit erzählt (00.35 — 03:54)

  1. Gib wichtige Erfahrungen, Beobachtungen und Beurteiligens Hartmut Rosas zum Brot und zum Backen mit eigenen Worten wieder.
  2. Halte eigene Erfahrungen mit diesem Handwerk in einem Lernlogbuch fest.
  3. Führe ein Telefoninterview (webcompetent.org/kommunizieren-und-kollaborieren/) mit einer Klassenkameradin oder einem Klassenkameraden. Tauscht euch über eure Erfahrungen aus. Klärt, welche existentiellen Lebensäußerungen und ‑bedürfnisse sich im Brot und im Bäckerhandwerk zeigen.
  4. Experiment: Backe ein Brot, einen Kuchen oder ein beliebiges anderes Gepäck. Protokolliere die Arbeitsschritte. Tausche Dich mit anderen Menschen darüber aus (z.B. Gruppenchat auf matrix.rpi-virtuell.de/#/welcome). Halte die praktischen Überlegungen, philosophischen Ideen Ideen und existentiellen Fragen im Lernlogbuch fest.

Teil 2: Resonanz ist … (03:55 — 09:33)

  1. Formuliere eine eigene soziologische Definition von Resonanz im Sinne Hartmut Rosas.
  2. Entwickle dazu eine Erklärgrafik oder Sketchnote.
  3. Finde ein weiteres Beispiel aus den Bereichen Handwerk, Sport, Musik, Kunst, Beziehung etc. Ergänze die Grafik mit Deinen Überlegungen. Halte die Ergebnisse im Lernlogbuch fest.
  4. Tausche dich im Telefoninterview dazu aus. Ergänze das Lernlogbuch.

Teil 3: Resonanz in der Gegenwart — Wie wird Glück (09:34 — 14:56)

  1. Kläre mithilfe von Rosas Beispielen zur Gleichberechtigung der Frauen oder der gesellschaftlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften die Bedeutung von Resonanz für gesellschaftliche Entwicklungen.
  2. Erläutere Auswirkungen von Steigerungszwang und Geschwindigkeitszunahme für die gegenwärtigen Gesellschaft an einem selbstgewählten Beispiel.
  3. „Berechnen und Beherrschen” vs. „Aussteigen”. Beschreibe, was für Rosa in diesen Zusammenhängen ein „gelungenes Leben” ist. Formuliere eine begründete, kritische Entgegnung.
  4. Diskutiere im Gruppenchat, welche Bedeutung Naturlebnis, Musikgenuss oder Einsamkeit im Horizont von Resonanzerfahrungen zukommt. Halte die Ideen im Lernlogbuch fest. Tausche Dich erneut im Telefonat dazu aus.

Teil 4: Getragen und Geworfen (21:30 — 24:57)

Was ist der Unterschied zwischen Tagen, an denen man sich „getragen” fühlt in der Welt und den Tagen, an denen man sich „hineingeworfen” fühlt?

  1. Stelle dar, wie du Rosas Metaphorik zwischen „getragen” und „geworfen” verstehst.
  2. Erläutere Deine Überlegungen an einer selbstgewählten Erfahrung oder einem eigenen Beispiel.
  3. Suche im Buch der Psalmen nach Versen, die dem „Getragen sein” entsprechen und die von „Geworfen sein” erzählen.
  4. Gestalte mit einem Vers eine Postkarte. Verschicke sie an jemanden, dem du dich verbunden fühlst oder stecke sie in seinen oder ihren Postkasten.

Teil 5: Die Aufgabe von Religion (24:58 — 27:30)

  1. Erläutere, was Rosa unter „Resonanzachsen” versteht.
  2. Stellt in einem gemeinsamen Padlet (padlet.com) religiöse Ausdrucksformen (Lieder, Texte, Feste, Rituale) für vertikale Resonanz zusammen. Ergänzt Ausdrucksformen nichtchristlicher Religionen und Weltanschauungen.
  3. Entwickelt mithilfe des Materials Ideen und Impulse für ein Schuljahrgangsabschiedsritual. Verwendet auch hier das Padlet.

Teil 6: Mit Gott in Resonanz treten (27:31 — 31:00)

Die Unverfügbarkeit Gottes verhindert quasi ein „In-Kontakt-treten”. Andererseits muss gefragt werden, wie dann Gebet überhaupt möglich sein soll. Ein Schlüssel liegt in den christologischen Bildern des Neuen Testaments. Die „Ich-bin-Worte” des Johannesevangeliums bieten eine Möglichkeit, um zu verstehen, wie sich Christen des 1. Jh. vertikale Resonanzoptionen vorstellten.

Ich bin das Brot des Lebens Joh 6,35

Ich bin das Licht der Welt. Joh 8,12

Ich bin die Tür. Joh 10,7.9

Ich bin der gute Hirte. Joh 10,11.14

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Joh 11,25

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Joh 14,6

Ich bin der wahre Weinstock. Joh 15,1

  1. Gib Hartmut Rosas Position zur Unverfügbarkeit Gottes mit eigenen Worten wieder.
  2. Recherchiere zum literarischen Entstehungsprozess der „Ich-bin-Worte” und möglichen Auslegungen.
  3. Interpretiere einen ausgewählten Vers des Johannesevangeliums. Berücksichtige dabei die Resonanzkriterien Hartmut Rosas.
  4. Tausche Dich in einem Telefoninterview darüber aus, inwiefern der „unverfügbare” Gott durch die Metaphorik biblischer Christologie „verfügbar” wird.
  5. Halte deine Überlegungen im Lerntagebuch fest.

Teil 7: Über Rituale und Symbole (31:01 — 33:32)

  1. Erläutere eines der Rituale oder Symbole, die Rosa zur Veranschaulichung heranzieht, mit eigenen Worten.
  2. Entwickle dazu eine Grafik oder ein Schaubild.
  3. Präsentiert und diskutiert die Ergebnisse über das Padlet.

Teil 8: Die Resonanzfeindlichkeit reformatorische Kirchen (33:32 — 39:38)

  1. Beschreibe die Momente und Bestandteile christlicher Religiosität, die seit der Reformation verdrängt wurden und wodurch Resonanzoptionen verlorengehen.
  2. Erläutere die neuen Formen von Religiosität, die durch den Protestantismus erschlossen werden.
  3. Halte wesentliche Gedanken im Lerntagebuch fest.

Teil 9: Die Bedeutung von Religion zwischen kognitivem Opfer und reflektierter Erfahrung (39:39 — 45:52)

  1. In Anlehnung an den Religionssoziologen Max Weber spricht Hartmut Rosa vom „Opfer des Intellekts” (www.textlog.de/2331.html), das Religionen fordern. Erläutere die Zusammenhänge.
  2. Sammle „gute Gründe”, die für eine Ablehnung von Religion sprechen, in einem gemeinsamen Padlet.
  3. Erkläre, warum Hartmut Rosa trotzdem an der Bedeutung von „Religion” für das menschliche Leben festhält.
  4. Interpretiere „Ich steh vor Dir mit leeren Händen” (Evangelisches Gesangbuch 382) im Kontext von Resonanz.
  5. Erläutere die „medio-passive Haltung”, die eine religiöse Zuwendung zu Welt und Mitmensch ermöglicht.
  6. Halte Deine Überlegungen, Gedanken und Fragen im Lerntagebuch fest.

Teil 10: Unterschiede zwischen Kunst, Natur und Kirche (45:53 — 48:47)

  1. Beschreibe Gemeinsamkeiten aus Kunst, Natur, Sport und Kirche mithilfe selbstgewählter Beispiele.
  2. Erläutere, worin Hartmut Rosa die Grenzen der Vergleichbarkeit siegt.
  3. Halte wesentliche Momente im Lerntagebuch fest.

Teil 11: Resonanz, Sterben und Tod (48:48 — 55:57)

  1. Was wäre das Leben ohne Tod? Entwickle eine Wortwolke -> www.wordle.net/create. Sichere Dein Bild im Lernlogbuch.
  2. Gib die Positionen Hartmut Rosas mit eigenen Worten wieder.
  3. Erläutere deine eigene Sicht auf die Dinge. Halte die Gedanken im Lerntagebuch fest.

Teil 12: Die Begegnung mit dem Tier (55:58 — 57:05)

Der Hund in meiner Familie ist gestorben. Ohne die erzwungene Nähe durch den Lockdown hätte ich das so kaum erleben können.

  1. Erzähle im Telefoninterview von deinen Begegnungen mit Tieren.
  2. Diskutiert im Gruppenchat Unterscheide und Vergleichbarkeiten zwischen „Haustieren”, „Nutztieren” und „Schädlingen”.
  3. Formuliere eine Nachricht auf den Post.
  4. Halte Positionen, interessante, irritierende und weiterführende Beiträge im Lerntagebuch fest. Sichere Deine eigenen Positionen.

Teil 13: Meta-reflexive Überlegungen für den Schluss der Sequenz

  1. So sehe ich mein Leben, mein „In-der-Welt-sein”, seit dem Video, dem Lernlogbuch, den Telefonaten …
  2. Das ist neu für mich …
  3. Dort fühle ich mich getragen …
  4. Und hier geworfen …
  5. Hier sehe ich neue Chancen, um mit der Welt und den Menschen in Kontakt zu kommen …
  6. Diese alten und neue Ängste bedrohen mich und das Leben meiner Lieben …
  7. Das will ich tun, für mich, für andere, für die Gemeinschaft der Menschen, für die Welt …
  8. Die Bedeutung von Ostern verstehe ich jetzt so …
  9. Der Frühling bedeutet mir …

Hintergrundinformationen:

Über Hartmut Rosa: de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Rosa

Über Resonanz und Corona: www.zeit.de/zeit-magazin/2020 – 04/hartmut-rosa-coronavirus-gesellschaft-wirtschaftssystem/seite‑3

Das Lerntagebuch: webcompetent.org/das-lernlogbuch/

Schreibe einen Kommentar